Nordmeerpassage, COSMO-SkyMed
Nordmeerpassage, COSMO-SkyMed (Quelle:COSMO-SkyMed Image ©ASI. All rights reserved)

Meeresüberwachung, Küstenschutz, Sicherung des Schiffsverkehrs mittels COSMO-SkyMed
Meeresüberwachung, Küstenschutz, Sicherung des Schiffsverkehrs mittels COSMO-SkyMed (Quelle: COSMO-SkyMed Image ©ASI. All rights reserved)

COSMO-SkyMed

COSMO-SkyMed (Constellation of small Satellites for Mediterranean basin Observation) ist ein italienisches Satellitenprogramm, bestehend aus vier Satelliten, die um 90° versetzt die Erde in einer Höhe von rund 620 km auf einer sonnensynchronen Bahn umkreisen. Alle vier Satelliten sind mit Radarsensoren ausgerüstet, die unter jeglichen Wetterbedingungen Tag und Nacht aufnehmen können und sich durch eine sehr kurze Wiederholrate auszeichnen.

Die Radardaten sollen sowohl der zivilen Erdbeobachtung als auch der militärischen Aufklärung des Mittelmeerraums dienen.

Die Dienste, die von COSMO-SkyMed-Daten abgeleitet werden können, unterstützen vor allem folgende Anwendungsbereiche:

  • Prävention und Management von Umweltkatastrophen (Feuer,  Erdrutschungen, Dürren, Überschwemmungen, Erdbeben, Vulkanausbrüche, etc.),
  • Meeres- und Küstenüberwachung,
  • Überwachung und Management von land- und forstwirtschaftlichen Ressourcen,
  • Gebäudeüberwachung,
  • Monitoring von Verstädterungsprozessen,
  • Kartographie.

Für den Bereich der Meeres- und Küstenüberwachung können die COSMO-SkyMed Satelliten kontinuierliche und hochgenaue Informationen über die Gegebenheiten von Meeresküsten, Ozeanen und Binnengewässern liefern, so dass u.a. Ereignisse wie Küstenerosion und -verschmutzung evaluiert werden können. Des Weiteren stellen die Sensoren eine wertvolle Hilfe für die Überwachung des Schiffsverkehrs auf den Ozeanen und Meeren dar.

Die Satelliten tragen ein bildgebendes X-Band SAR (Synthetic Aparture Radar), das auch die Polarisation der Rückstreuung auswertet. Die Antenne ist elektronisch schwenkbar. Beim Überflug kann sie aus einem Streifen von ca. 1500 km Breite je nach SAR-Modus eine Schwadbreite von 10 bis 500 km erfassen. Im Spot-Mode bildet sie eine Fläche von 10 x 10 km, bei ziviler Nutzung, mit einer Auflösung von einem Meter ab. Durch Radarinterferometrie messen zwei dicht beieinander fliegende Sensoren das Bodenprofil der Erde mit einer Genauigkeit von bis zu acht Metern. Die Satelliten sind mit GPS-Empfängern ausgestattet. Auch ohne Passpunkte lassen sich die Bilder auf 15 m genau auf der Erde lokalisieren.

Bei einem Satelliten beträgt die Zeit bis zum Überflug einer ausgewählten Region fast drei Tage. Bei vier Satelliten reduziert sie sich auf zwölf Stunden. Pro Tag können mehr als 200 Bilder für zivile Anfragen bereitgestellt werden. Bis heute wurden drei Satelliten der vier in die Erdumlaufbahn gebracht, der Start des vierten Sensors ist für 2009 geplant.

Das Satellitenprogramm COSMO-SkyMed wird von den italienischen Ministerien für Forschung und Verteidigung und der italienischen Raumfahrtbehörde (ASI) finanziert.

[Telespazio, ASI]