Salinität im östlichen Mittelmeer (Zypern) berechnet aus in situ Messungen
Salinität im östlichen Mittelmeer (Zypern) berechnet aus in situ Messungen (Quelle:University of Cyprus, Mediterranean Forecasting System)

Oberflächensalzgehalt (SSS)

Oberflächensalzgehalte werden bis dato durch in situ Messungen an Messstationen, Bojen und Floater geliefert. Die Bestimmung erfolgt über die Leitfähigkeit oder durch Refraktometer. Erst neuste Fortschritte in Sensortechnik und Datenanalyse geben Aussicht auf eine sinnvolle Verwertung von Fernerkundungsdaten. Es werden passive Mikrowellensysteme eingesetzt, die Emissionen der Meeresoberfläche im L-Band Bereich messen. Der Oberflächensalzgehalt hat Einfluss auf die dielektrischen Eigenschaften des Wassers, und damit auf die Emissionen der Oberfläche. Bei Mikrowellenemissionen im L-Band (bei 1.42GHz) kann über teilweise beträchtliche Störungen (Oberflächenrauhigkeit, SST, Solarstrahlung, atmosphärische Einflüsse, etc.) eine Beeinflussung durch die SSS detektiert werden.

Die ersten Messungen des MIRAS-Systems von dem Satelliten SMOS. Die Messsysteme sind noch nicht kalibriert und daher noch nicht interpretierbar.
Die ersten Messungen des MIRAS-Systems von dem Satelliten SMOS. Die Messsysteme sind noch nicht kalibriert und daher noch nicht interpretierbar. (Quelle:European Space Agency - ESA)

Salzgehaltsbestimmung anhand von Satellitendaten

SMOS (Soil Moisture and Ocean Salinity) ist die erste Satellitenmission, die im marinen Bereich zur Salzgehaltsmessung eingesetzt werden soll. SMOS trägt das passive Mikrowellensystem MIRAS (Microwave Imaging Radiometer using Aperture Synthesis), das ähnlich wie SAR mit einer künstlich verlängerten Antenne arbeitet. Die Y-Ausrichtung der Antenne ermöglicht die Betrachtung des FOV aus mehreren Winkeln gleichzeitig. Dies hilft bei der Bestimmung der Windsignatur und soll den Unterschied zwischen ihr und der von dem Messwinkel unabhängiger Signatur des Salzgehalts herausstellen. SMOS befindet sich z. Zt. im Testbetrieb.