Meeresoberflächentemperatur (SST)

Temperaturkarten der Wasseroberfläche helfen bei der Einschätzung des hydrodynamischen und biologischen Zustands, der Wettervorhersage, der Lokalisierung von Frontensystemen, der Beladung von Schiffen (Tiefgang abhängig von Dichte), der Suchdauer nach Schiffbrüchigen, der Erfassung langfristiger globaler Klimatrends und vielem mehr.

Jeder Körper emittiert Strahlung entsprechend seiner Temperatur. Die Meeresoberfläche emittiert im thermalen Infrarot- und im Mikrowellenbereich. Zur Bestimmung der Meeresoberflächentemperatur (Sea Surface Temperature, SST) werden diese Emissionen von passiven hochauflösenden Radiometern gemessen. 

IR-Sensoren und Mikrowellenradiometer sind beide unabhängig von der Tageszeit einsetzbar. Während IR-Sensoren Wolken nicht durchdringen können, arbeiten Mikrowellenradiometer nahezu unabhängig von den Wetterverhältnissen (Ausnahme starker Regen). Höhere Flächenauflösungen werden jedoch von IR-Sensoren bzw. Multispektralscannern erzielt (z.B. AATSR).


Anwendungsbeispiel: Auftrieb in der südwestlichen Ostsee im Juli 2008; SST-Analyse aus NOAA-AVHRR-Daten
Anwendungsbeispiel: Auftrieb in der südwestlichen Ostsee im Juli 2008; SST-Analyse aus NOAA-AVHRR-Daten (Quelle: BSH)