Hintergrund

Marine Dienste werden vorrangig zur Erfüllung nationaler Umweltüberwachungsanforderungen und europäischer Richtlinien benötigt. Auf europäischer Ebene sind hier in erster Linie das Bonn Agreement für die Ölunfallbekämpfung, OSPAR und HELCOM für die Umweltüberwachung und das Management der offenen See, die  EU Meeresstrategie Rahmenrichtlinie und die  EU Wasserrahmenrichtlinie für Übergangs- und Küstengewässer sowie das Trilaterale Monitoring und Assessment Programm für das Wattenmeer (TMAP) zu nennen. Auf nationaler Ebene sind die Anforderungen aus diesen Richtlinien in das Marine Monitoring Deutschland (vormals Bund- Länder Messprogramm BLMP) überführt worden; die operationelle Ölüberwachung wird durch das Havariekommando in Wilhelmshaven wahrgenommen.

Im 6ten Rahmenprogramm der EU und in den GSE Projekten CoastWatch und MarCoast der ESA sind Dienste vorbereitet worden, die durch das RP7 Projekt MyOcean weiterbetrieben werden und die auf diese Richtlinien abzielen. Obwohl durch diese Projekte ein großer Schritt in Richtung operationeller Dienste unternommen wurde, zielen sie doch sehr auf großräumige Anwendungen im europäischen Kontext und decken nur einen Teil der in Deutschland erforderlichen Dienste ab. Sie reichen nicht aus, um die Anforderungen der deutschen Überwachungsbehörden zu erfüllen. Die deutlichsten Defizite bestehen im Bereich der küstennahen Überwachung und der Verbesserung der Vorhersagequalität durch Verknüpfung von Erdbeobachtung und prognostischen Modellen.

Das Projekt DeMarine-Umwelt fungiert hier als Schnittstelle zwischen europäischer und national-regionaler Ebene. Dienste sollen gezielt an die Anforderungen der deutschen Nutzer angepasst bzw. neu entwickelt werden. Ferner werden die erfassten Nutzerwünsche auf europäischer Ebene eingebracht und sollen in die Operationalisierung der Dienste eingehen.