Ölverschmutzung in der Nordsee westlich von Sylt, TerraSAR-X, SIR-C/X-SAR X-Band Image, das im Rahmen eines Experimentes mit verschiedenen Öltypen aufgenommen wurde.
Ölverschmutzung in der Nordsee westlich von Sylt, TerraSAR-X, SIR-C/X-SAR X-Band Image, das im Rahmen eines Experimentes mit verschiedenen Öltypen aufgenommen wurde. (Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, DLR)

Am 11. November 2007 brach ein Sturm den russischen Tanker Volgoneft-139 auseinander. Die TerraSAR-X-Aufnahme zeigt den Ölteppich an der Straße von Kertsch zwischen der Ukraine und Russland. Das Bild deckt eine Fläche von ca. 30 X 100 km in beiden Polarisationen (VV und HH) ab.
Am 11. November 2007 brach ein Sturm den russischen Tanker Volgoneft-139 auseinander. Die TerraSAR-X-Aufnahme zeigt den Ölteppich an der Straße von Kertsch zwischen der Ukraine und Russland. Das Bild deckt eine Fläche von ca. 30 X 100 km in beiden Polarisationen (VV und HH) ab. (Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, DLR)

Ölverschmutzungen

Eine der größten Gefahren für die Weltmeere sowie der Küstengebiete stellt die Verschmutzung der Ozeane mit Öl dar. Vom Menschen verursachte Öleinträge sind hauptsächlich auf Unfälle von Tankern, Schiffen oder Ölplattformen sowie auf Einträge vom Festland, wie z.B. durch Flüsse, Raffinerien und Siedlungsabfälle zurückzuführen. Die Verunreinigung des Meeres und der Küste mit Öl kann dramatische Auswirkungen auf die betroffenen Ökosysteme, auf die Meeresvögel, die marine Fauna sowie auf die Sozioökonomie und die Gesundheit der Menschen haben. Menschen sind insbesondere durch das Einatmen von oder den direkten Kontakt mit Ölsubstanzen sowie den Verzehr von kontaminiertem Fisch und Meeresfrüchten gefährdet. Sozioökonomische Schäden betreffen insbesondere die Fischerei, Aquakultur, Tourismus und Industrie. In Hinblick auf die Folgen für die Seevögel und die Meeresfauna ist der Umstand zu berücksichtigen, dass bereits sehr geringe Öleinträge verheerende Folgen für die Tiere nach sich ziehen können, z.B. besteht eine besonders große Gefährdung während der Brutsaison. Darüber hinaus bedroht das Öl sowie die Durchführung von Maßnahmen zur Beseitigung der Verschmutzungen empfindsame Lebensräume im Meer und entlang der Küsten, wie z.B. Korallenriffe, Marschen, Mangroven und Strände. Der Zeitraum, der für die Erholung von betroffenen Ökosystemen notwendig ist, kann beachtlich variieren; zwischen wenigen Wochen bis hin zu mehreren Jahren. Im allgemeinen schreitet die Erholung in warmen Klimazonen und an felsigen Küsten schneller voran als in kalten Klimazonen bzw. in extrem empfindsamen Ökosystemen wie z.B. den Salzmarschen.

Die Verfügbarkeit von zukünftigen TerraSAR-X-Daten wird einen wesentlichen Fortschritt in bezug auf die Erfassung von Ölteppichen mit Hilfe der Fernerkundung darstellen, da VV-polarisierte X-Band-Aufnahmen eine ausgezeichnete Datengrundlage für solche Anwendungen bieten, insbesondere in Hinblick auf die Erfassung bestimmter Öltypen wie z.B. Oleylalkohol. Es wird erwartet, dass das Potenzial von TerraSAR-X zur Kartierung von Ölteppichen durch die Anwendung von Methoden der Radarpolarimetrie zusätzlich erweitert werden kann. Aufgrund der geringeren Oberflächenrauigkeit des Ölfilms ist dieser durch eine höhere polarimetrische Anisotropie bzw. durch eine geringere zirkuläre Kohärenz gekennzeichnet. In Hinblick auf die Beobachtung der Meeres ist die kurze Wiederholungsrate von TerraSAR-X von besonderer Bedeutung.

[Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, DLR]

Auf den Spuren der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko

Mit einem Blick nach links außer der Reihe zeichnete TerraSAR-X am 9. Juli 2010 das ölverschmutzte Gebiet im Golf von Mexiko auf. Die Umweltkatastrophe begann am 20. April 2010, als nach einer Explosion die Bohrplattform
Mit einem Blick nach links außer der Reihe zeichnete TerraSAR-X am 9. Juli 2010 das ölverschmutzte Gebiet im Golf von Mexiko auf. Die Umweltkatastrophe begann am 20. April 2010, als nach einer Explosion die Bohrplattform "Deepwater Horizon" sank und die Ventile nicht geschlossen werden konnten. Gut zu erkennen ist auf der TerraSAR-X-Aufnahme die "Artificial Barrier Island", eine künstlich aufgeschüttete Insel östlich der Chandeleur Islands, die allerdings von den Ölschlieren schon bald wieder umspült wurde. (Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, DLR)